Digitalisierung zahlt sich aus – aber nur kontinuierlich
Wer in die Digitalisierung seines Betriebs investiert, wird produktiver. Das klingt wenig überraschend – doch eine neue gemeinsame Studie der staatlichen Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim belegt das nun. Die Studie zeigt: Digitalisierung wirkt nicht sofort, sondern baut auf sich selbst auf. Erst wenn ein gewisser Grundstock vorhanden ist, entfalten weitere Investitionen ihre volle Wirkung. Wer wartet, verliert nicht nur Zeit – er vergrößert den Abstand zu den Betrieben, die bereits vorangeschritten sind.
Gleichzeitig mahnt die Studie zur Regelmäßigkeit. Digitales Kapital unterliegt einer hohen Abschreibungsrate – wer nur sporadisch und in kleinen Beträgen investiert, dessen Vorsprung schmilzt schnell wieder ab.
Mittelstand hat zuletzt weniger investiert
Ausgerechnet jetzt zeigen die Zahlen in die falsche Richtung: Zwischen 2022 und 2024 haben deutsche Mittelständler insgesamt 8,1 Milliarden Euro weniger in ihre Digitalisierung gesteckt als in den Vorjahren. Der Anteil der Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben sank um fünf Prozentpunkte auf 30 Prozent. Die Autoren führen das auf die schwierige Konjunkturlage zurück – sehen darin aber kein gutes Argument fürs Abwarten.
Besonders kleine Betriebe investieren seltener und in geringeren Summen. Die Folge: Ihr digitaler Kapitalstock ist oft so gering, dass er kaum Wirkung entfalten kann. Gerade hier lohnt sich ein gezielter Einstieg.
Was Digitalisierung für SHK-Betriebe bedeutet
Für Handwerksbetriebe im SHK-Bereich gilt dasselbe wie für alle anderen Mittelständler: Wer die Digitalisierung als einmalige Maßnahme begreift, wird wenig davon haben. Wer sie als kontinuierlichen Prozess versteht – von der Auftragsabwicklung über die Kundenkommunikation bis hin zur Dokumentation – stärkt langfristig seine Wettbewerbsfähigkeit.
Dass das Thema in der Branche angekommen ist, zeigte der Digitale Tag des Fachverbands SHK Baden-Württemberg am 27. Januar 2026 in Stuttgart: Zahlreiche Betriebe informierten sich dort über KI-Anwendungen im Büroalltag, digitale Projektorganisation, Online-Konfiguratoren zur Angebotsunterstützung, 3D-Aufmaß und virtuelle Badausstellungen sowie KI-gestützte Telefonassistenz. Der nächste Digitale Tag findet am 27. Januar 2027 statt – jetzt vormerken.
An konkreter Unterstützung arbeitet auch der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK): Im Forschungsprojekt Meisterwärme wird ein sprachgesteuertes KI-Assistenzsystem entwickelt, das die Fehlerdiagnose automatisiert und Serviceprozesse im Kundendienst beschleunigen soll. Das Projekt Construct-X soll künftig das Geschäftsfeld Pflegebad erschließen durch eine digitale Vernetzung mit der Pflegewirtschaft. Innungsbetriebe sind ausdrücklich eingeladen, ihre Praxiserfahrungen in beide Projekte einzubringen.
Fachverband unterstützt Digitalisierung
Wer den Einstieg in die Digitalisierung konkret angehen möchte, findet beim Fachverband SHK Baden-Württemberg zwei Anlaufstellen: Die Rahmenabkommen bieten Mitgliedsbetrieben vergünstigten Zugang zu Softwarelösungen und digitalen Werkzeugen. Darüber hinaus steht die betriebswirtschaftliche Beratung des Fachverbands für individuelle Fragen kostenfrei zur Verfügung.

