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Erster Ort testet Umstieg von Erdgas auf Wasserstoff

Foto: aitoff/Pixabay

In Hohenwart, einem kleinen Ort im Landkreis Pfaffenhofen/Oberbayern, ist im Pilotprojekt „H2Direkt“ eine ganze Wohnsiedlung von Erdgas auf reinen Wasserstoff umgestellt worden. Die Gemeinde sieht sich als einer der Vorreiter im Klimaschutz. Neben der Energie Südbayern und dem Stadtwerke-Verbund Thüga beteiligte sich auch der Heizungshersteller Vaillant an dem Projekt – und natürlich die Besitzer von zehn Ein- und Zweifamilienhäusern und einer Schreinerei in dem Gebiet, die alle mitzogen, wie das Heizungsjournal und die Webseite gasneudenken.de berichten. Mehrere SHK-Fachbetriebe installierten innerhalb von einer Woche in allen Gebäuden die H2-fähige Technik. Während die bisher für Erdgas genutzten Leitungen ohne größere Umbauten direkt auf Wasserstoff umgestellt werden konnten, mussten einige Elementen an den Heizungsanlagen sowie alte Heizkessel gegen moderne H2-Brennwert-Thermen ausgetauscht werden.

Im Praxistest von „H2Direkt“ geht es den Beteiligten auch darum, zu zeigen, dass der Einsatz von Wasserstoff als alternativer Energieträger sicher ist. „Seit einigen Monaten läuft unser Projekt und bis jetzt sind alle Rück­meldungen positiv. Eigentlich, so bestätigen es uns die Verbraucherinnen und Verbraucher, merken sie keinen Unterschied zur bisherigen Versorgung mit Erdgas“, sagt Manuel Gaßner, Leiter Netztechnik bei der Energienetze Bayern. Letztlich gehe es darum, 530.000 Kilometer Gasverteilnetze auch nach der Energiewende weiterzunutzen, damit die enormen Investitionen nicht verfallen. Nach Untersuchungen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) sind 96 Prozent dieses Netzes wasserstofffähig.