TOP-Ausbilder im Europa-Park: Wenn KI die Ausbildung neu denkt
Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt – und damit auch die Ausbildung. Wie Ausbilder diese Entwicklung aktiv gestalten und die neuen Möglichkeiten sinnvoll nutzen können, stand im Mittelpunkt des Treffens der Fachgemeinschaft der TOP-Ausbilder im SHK-Handwerk beim Verbandstag im Europa-Park Rust.
Ein besonderer Schwerpunkt war das Halbtagesseminar „Mit KI die Ausbildung neu denken – Die Zukunft des Lernens”. Die Teilnehmenden erhielten praxisnahe Einblicke in aktuelle KI-Anwendungen und diskutierten, wie Künstliche Intelligenz Ausbilder unterstützen, Lernprozesse individueller gestalten und die Ausbildung im SHK-Handwerk nachhaltig weiterentwickeln kann.
Der Veranstaltungsort bot dabei einen passenden Rahmen, um fachliche Impulse mit persönlichen Begegnungen zu verbinden. Neben den Vorträgen und Diskussionen kamen auch das Netzwerken, der kollegiale Austausch und die Weitergabe von Praxiserfahrungen innerhalb der TOP-Ausbilder-Gemeinschaft nicht zu kurz.
Referent des Seminars war Michael Elbs von Netzwerk Q, der anschaulich vermittelte, wie sich moderne KI-Anwendungen verantwortungsvoll und gewinnbringend in die berufliche Bildung integrieren lassen.
Zu Beginn erhielten die Teilnehmenden einen Überblick über die Grundlagen, aktuelle Einsatzfelder und absehbare Entwicklungen. Besonders eindrucksvoll war die Erklärung der Funktionsweise moderner Sprachmodelle anhand eines Vergleichs von Vektoren und Beziehungen mit den Bewegungsmustern eines Vogelschwarms.
Im weiteren Verlauf wurden insbesondere die Potenziale für die betriebliche Ausbildung herausgearbeitet:
- Individualisierte Lernunterstützung
- Effizientere Wissensvermittlung
- Zeitersparnis bei administrativen Aufgaben
- Verbesserte Lernkontrolle und Feedbackprozesse
- Förderung selbstgesteuerten Lernens
Ebenso wurden Fragen des Datenschutzes, der Qualitätssicherung sowie des kritischen Umgangs mit computergenerierten Inhalten beleuchtet.
Praxis: Digitale Werkzeuge in der Ausbildung
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf dem Einsatz moderner KI-Anwendungen wie ChatGPT und NotebookLM. Anhand konkreter Beispiele wurde aufgezeigt, wie diese Werkzeuge die tägliche Ausbildungsarbeit erleichtern und Lernprozesse gezielt unterstützen können.
Berichtsheft-Assistent
Die Teilnehmenden lernten Möglichkeiten kennen, wie intelligente Formulierungshilfen die Führung von Berichtsheften erleichtern können. Solche Anwendungen helfen dabei, betriebliche Tätigkeiten strukturiert und verständlich zu dokumentieren, ohne die Eigenleistung und persönliche Reflexion der Auszubildenden zu ersetzen.
Lernunterstützung und digitaler KI-Ausbilder                                             Â
Mithilfe von NotebookLM wurde demonstriert, wie komplexe Fachthemen verständlich aufbereitet und Lerninhalte interaktiv vermittelt werden können. Als Grundlage diente ein Lernvideo der Firma Gaßner zum Thema „Perlator”. Die Teilnehmenden konnten live verfolgen, wie daraus mit wenigen Schritten ein digitaler Lernbegleiter entsteht.
Dieser virtuelle Ansprechpartner beantwortet Fragen, erstellt Übungsaufgaben und unterstützt bei der Wiederholung von Fachinhalten. Die Vorführung verdeutlichte, wie bestehende Lernmaterialien mit geringem Aufwand erweitert und für eine individuelle Wissensvermittlung genutzt werden können.
Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass technologische Lösungen die Arbeit der Ausbilder sinnvoll ergänzen können, die persönliche Betreuung, pädagogische Begleitung und fachliche Verantwortung jedoch weiterhin beim Menschen liegen.
Best-Practice-Beitrag: Digitale Unterstützung erfolgreich einsetzen
Ein besonderer Programmpunkt war der Erfahrungsbericht der Firma Siegel, die ihre Arbeit mit der Ausbildungsplattform EDUCA (von e-learning Plus) vorstellte.
Anhand konkreter Anwendungsfälle wurde gezeigt, wie die Plattform Auszubildende und Ausbilder bei Lern-, Kommunikations- und Organisationsprozessen begleitet. Die Teilnehmenden erhielten wertvolle Einblicke in die Einführung und den praktischen Einsatz der Lösung sowie in die damit verbundenen Vorteile für eine moderne Ausbildungsorganisation.
Der Beitrag unterstrich, dass erfolgreiche Digitalisierung nicht allein von der eingesetzten Technologie abhängt, sondern vor allem von ihrer durchdachten Einbindung in bestehende Abläufe. Die vorgestellten Erfahrungen lieferten den Betrieben zahlreiche Anregungen für eigene Projekte.
Das nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit
Das Seminar verdeutlichte, dass Künstliche Intelligenz längst kein Zukunftsthema mehr ist. Bereits heute eröffnen entsprechende Anwendungen vielfältige Möglichkeiten, Lernprozesse zu verbessern, Ausbilder zu entlasten und Auszubildende individueller zu fördern.
Neben einem fundierten Überblick über Chancen und Herausforderungen erhielten die Teilnehmenden zahlreiche Anregungen für die praktische Umsetzung im eigenen Betrieb.
Zugleich wurde erkennbar, dass die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten im Rahmen eines Halbtagesseminars nur angerissen werden kann. Die intensive Diskussion sowie die zahlreichen Fragen machten den hohen Informations- und Austauschbedarf innerhalb der Branche deutlich.
Der Workshop bot damit einen gelungenen Einstieg in das Thema und lieferte zahlreiche Impulse für die weitere Auseinandersetzung. Gleichzeitig wurde der Wunsch nach vertiefenden Seminaren deutlich, in denen konkrete Anwendungsfelder, betriebliche Projekte und praktische Umsetzungsstrategien noch intensiver behandelt werden können.
Wie werde ich Mitglied bei den TOP-Ausbildern?”
Mitmachen können alle Innungsbetriebe, die definierte Qualitätskriterien in der Ausbildung erfüllen, beispielsweise Praktikumsplätze anbieten oder einen Ausbildungsverantwortlichen benennen.
Auch Betriebe, die einzelne Voraussetzungen derzeit noch nicht erfüllen, sind herzlich willkommen. Die Anforderungen können im Zuge der Mitarbeit in der Fachgemeinschaft schrittweise umgesetzt werden.
Weitere Informationen zur Fachgemeinschaft der TOP-Ausbilder sowie die Antragsunterlagen zur Mitgliedschaft finden Sie auf unserer Website.
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